Ökologie trifft Gestaltung: Ökologische Arbeitsgruppe präsentiert Maßnahmen rund um die neue Wasserwelt „Rulantica“

Ende September 2019 hatten Pressevertreter, Vertreter der Gemeinde Rust sowie Natur- und Umweltexperten die Gelegenheit, sich einen umfassenden Eindruck von den ökologischen Maßnahmen rund um die neue Wasserwelt „Rulantica“ zu machen.

Vor den Toren des Europa-Park laufen die Bauarbeiten für die neue Wasser-Erlebniswelt Rulantica auf Hochtouren. Am 28. November 2019 wird der erste Teil der gigantischen, 450.000 Quadratmeter großen Resort-Erweiterung rund um das Thema Wasser eröffnet. Im Rahmen dieses Großprojektes galt es, eine Infrastruktur zu schaffen, die ganz besonders die bestehenden Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt berücksichtigt und langfristig schützt. Im Vorfeld wurde daher ein weitreichender Katalog an Ausgleichsmaßnahmen seitens Planungsgruppe Landschaft und Umwelt aus Freiburg in Abstimmung mit dem Landratsamt des Ortenaukreises erstellt, der im Rahmen dieses Bauvorhabens realisiert wurde.
Um das Vorhaben bestmöglich zu verwirklichen, wurde auf Initiative des Europa-Park vor vier Jahren die ökologische Arbeitsgruppe gegründet, bestehend aus Vertretern des Europa-Park, der Gemeinde sowie Natur- und Umweltexperten. In regelmäßigen Treffen konnten die erforderlichen naturschutz- und artenschutzfachlichen Maßnahmen gemeinsam koordiniert und umgesetzt werden. So wurden auf dem Gelände 2.000 Bäume, 18.000 Wildsträucher und 60.000 Blumen gepflanzt, 158 Nistkästen angebracht, ein Wild- und Fledermauskorridor gebaut und ein Bienenpavillon mit acht Völkern angesiedelt – um nur einige Beispiele zu nennen.
Kurz vor Eröffnung der neuen Wasserwelt gleichen die Grünanlagen rund um Rulantica einem neu erschaffenen Naherholungsgebiet, in dem notwendige Maßnahmen und vieles darüber hinaus unter dem Motto „Ökologie trifft Gestaltung“ sehr effektiv und zugleich ästhetisch realisiert werden konnten. Jürgen Sedler, Leiter der Europa-Park Gärtnerei, erläuterte bei einem informativen Rundgang die einzelnen ökologischen Maßnahmen. Kai-Achim Klare, Bürgermeister der Gemeinde Rust, lobte die vorbildliche Arbeit der ökologischen Arbeitsgruppe und betonte, dass das Engagement weit über das hinausging, was eigentlich erforderlich gewesen wäre.

Daten & Fakten der Ökologische Maßnahmen
Rulantica – die neue Wasserwelt des Europa-Park

Verantwortung/Arbeitsgruppe Ökologie:

Ann-Kathrin Mack (Europa-Park), Jürgen Sedler (Europa-Park), Alexander Schindler (Gemeinde Rust), Lothar Bellert (Förster Rust/Ringsheim), Dr. Michael Thoma (Anwaltskanzlei Thoma), Bernhard Keller (Ingenieurbüro Keller), Gerhard Babik (Planungsgruppe Landschaft u. Umwelt Freiburg), Michael Höfler (Landschaftsgestalter)

Tiermaßnahmen

740m Lauffläche mit Amphibien Rückzugsort
2 Amphibienhügel
Bienen-Pavillon mit 8 Bienenvölkern mit insgesamt ca. 400.000 Bienen
Installation von über 100 Nistkästen im Jahr 2019 (über 274 Nist-
kästen insgesamt)

Lerchenfenster auf 380 m2 Ackerbaufläche
Wild- und Fledermauskorridor mit 11.566m2, der den Tieren den problemlosen Übergang in andere Waldgebiete ermöglicht
4,2 km Wildschutzzaun

Begrünung/Aufforstung

Straßenbegleitgrün Hotel Krønasår:

221 Pflanzen (darunter 6 Trauerweiden, 30 Kletterhortensien, 25 Mispeln, 25 Hainbuchensäulen, 45 Linden, 90 schwarzer Holunder)

Vorplatz Hotel Krønasår:

7.000 m2 Rollrasen und 10.818 Pflanzen (darunter 20 Waldkiefern, 20 Birken, 15 Rotfichten, 190 Hainbuchen, 8 Eichen, 15 Schwarzkiefern, 40 Waldkiefern, 80 Sandbirken, 60 Feldahorn, 40 Linden und 5.000 Gräser)

Straßenbegleitgrün Äußerer Ring:

197 Pflanzen (20 Hainbuchensäulen, 5 Trauerweiden, 40 Strauchhortensien, 20 Mispeln, 12 Streuobst Hochstämme, 100 Wildsträucher)

Streuobstkreis:

20 Bäume, 25 Obstbäume und Streuobstwiese

Dreispitz (große Verkehrsinsel vor Zufahrt):

10.255 Pflanzen (55 Zitterpappeln, 10.000 Narzissen, 200 Verbaskum) zudem Sitzstangen für Greifvögel

Lärmschutzwall:

500 Hartriegel, 60 weiße Birken und Einsaat

Wildschutzzaun:

600 Efeupflanzen, 18 Säuleneichen, 70 schwarzer Holunder

Bepflanzung Ellenweg:

50 Wildbirnen

Versickerungsbecken 1:

6.143 Pflanzen (20 Kopfweiden, 40 Kugelahorn, 3 Vogelbeeren, 10 Birken, 20 Zitterpappeln, 50 Akazien, 6.000 Narzissen)

Versickerungsbecken 2:

10.125 Pflanzen (10.000 Narzissen, 30 Wildbirnen, 10 Vogelbeeren, 20 Weiden, 15 Ahorn, 50 Schmetterlingsflieder)

Wild- und Fledermaus Korridor:

3.800 Wildsträuchern

Blühwiese:

fast 190.000m2

Monument Rulantica:

1.000 Narzissen, Waldkiefern, Birken, Eichen, Einsaat

 

Waldgebiet Eiserne Hand:

1.300 Eichen

Ausgleichsmaßnahmen

Elzwiesenwässerungsgebiet 75 ha
Waldrefugium 2,5 ha
Fischtreppe Alte Mühle
3 Versickerungsbecken mit fast 16.000 m2

Projekte in Planung

Erlebnispfad
Family Trail
Walking Strecke
Fußgängerweg
Wasserpfad
ökologische Erlebnisstationen